Mach das niemals in deinem Garten, wenn du Vögel und Natur liebst

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Ein naturnaher Garten kann ein Paradies für Vögel, Insekten und andere Tiere sein – ein Rückzugsort in einer zunehmend lebensfeindlichen Welt. Doch oft machen Gartenbesitzer unbewusst Fehler, die genau das Gegenteil bewirken: Sie schaden der Artenvielfalt. Hier erfährst du, welche absoluten No-Gos du unbedingt vermeiden solltest, wenn du die Natur in deinem Garten fördern möchtest – und wie es besser geht.

In reinen Kies- und Schottergärten ist es mit der Artenvielfalt oft nicht weit her | Manfred Richter auf Pixabay

1. Chemiekeule statt Natur

Die Verwendung von Pestiziden, Herbiziden und Kunstdüngern gehört zu den größten Fehlern, die du machen kannst. Diese chemischen Mittel töten nicht nur unerwünschte Schädlinge, sondern auch viele nützliche Insekten wie Bienen und Schmetterlinge, die für die Bestäubung unverzichtbar sind. Darüber hinaus gelangen die Chemikalien ins Grundwasser und können auch Vögel schädigen, die vergiftete Insekten fressen.

Besser so:
Setze auf natürliche Alternativen: Brennnesseljauche als Dünger oder Mischkulturen, die Schädlinge fernhalten. Auch Nützlinge wie Marienkäfer und Igel helfen, das natürliche Gleichgewicht zu erhalten.

2. Steinwüsten und Schottergärten

Schottergärten mögen pflegeleicht wirken, doch sie sind wahre Todeszonen für die Natur. Sie bieten weder Nahrung noch Schutz für Tiere und heizen sich im Sommer extrem auf, was das Mikroklima negativ beeinflusst.

Besser so:
Gestalte deinen Garten mit heimischen Pflanzen, Wildblumenwiesen und abwechslungsreichen Strukturen wie Hecken oder Trockenmauern. Diese schaffen Lebensräume für viele Tiere und sehen gleichzeitig wunderschön aus.

3. Exotische Pflanzen statt heimischer Arten

Exotische Pflanzen mögen farbenfroh und ungewöhnlich wirken, doch für die heimische Tierwelt sind sie oft wertlos. Viele Insekten und Vögel sind auf bestimmte einheimische Pflanzen angewiesen, um Nahrung zu finden. Exoten bieten ihnen oft weder Nektar noch Samen.

Besser so:
Setze auf heimische Pflanzenarten wie Kornblumen, Weißdorn oder Holunder. Diese sind nicht nur pflegeleicht, sondern auch besonders wertvoll für Wildbienen, Schmetterlinge und Vögel.

4. Ein „zu ordentlicher“ Garten

Ein perfekt gepflegter Garten mag auf den ersten Blick schön wirken, ist für Tiere jedoch alles andere als einladend. Wenn Laub, alte Äste und „unordentliche“ Ecken fehlen, gibt es keinen Platz für Tiere, um sich zu verstecken, zu nisten oder zu überwintern.

Besser so:
Lass bewusst ein paar wilde Ecken stehen. Ein Laubhaufen, ein Totholzstapel oder eine naturbelassene Wiese bieten Lebensraum für viele Arten.

5. Falsches Vogelfutter und ungeeignete Futterstellen

Vögel zu füttern ist grundsätzlich eine tolle Idee – doch es lauern Fehler. Schimmelndes Vogelfutter, minderwertige Futtermischungen oder unsichere Futterstellen können mehr schaden als nützen.

Besser so:

  • Verwende hochwertiges, artgerechtes Vogelfutter (z. B. Sonnenblumenkerne, Meisenknödel ohne Plastiknetz).

  • Achte darauf, Futterstellen regelmäßig zu reinigen, um Krankheiten zu vermeiden.

  • Hänge Futterstellen so auf, dass Katzen oder andere Räuber keinen Zugriff haben.

6. Lichtverschmutzung ignorieren

Künstliches Licht in der Nacht mag praktisch sein, stört aber die natürliche Orientierung vieler Tiere. Zugvögel, nachtaktive Insekten und Fledermäuse sind besonders betroffen.

Besser so:
Verzichte auf permanente Außenbeleuchtung oder nutze Bewegungsmelder. So sparst du Energie und schützt gleichzeitig die Tiere.

Kurzgeschoren Rasen beherbergt naturgemäß weniger Arten, als eine kleine Blumeninsel. Kleine ungemähte Bereiche pushen die Artenvielfalt im Garten enorm | Collage aus pixabay

7. Keine Rücksicht auf Wasserquellen

Viele Gärten haben keinen Zugang zu Wasserquellen, was vor allem im Sommer für Tiere problematisch ist. Gleichzeitig kann eine falsch platzierte Wasserstelle (z. B. mitten in der Sonne) zur Todesfalle werden.

Besser so:
Richte eine flache Vogeltränke ein und stelle sie an einen schattigen Platz, außerhalb der Reichweite von Katzen. Wechsele das Wasser regelmäßig, um Algenbildung und Krankheiten vorzubeugen.

8. Rasenmäherwahn und Vertikutieren ohne Ende

Ein perfekter englischer Rasen ist für viele ein Traum – für die Natur jedoch ein Albtraum. Regelmäßiges Mähen und Vertikutieren zerstören Lebensräume für Insekten und machen den Boden anfällig für Austrocknung.

Besser so:
Lass den Rasen an manchen Stellen wachsen und blühen. Wildblumen im Rasen bieten Bienen und Schmetterlingen wertvolle Nahrung.

BUCHTIPPS

  1. Wild & bunt: Naturnahe Gärten mit heimischen Pflanzen gestalten. – AMAZON
  2. Wilde Kübel: Unkompliziert, naturnah, insektenfreundlich. – AMAZON

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So machst du es besser

Ein naturnaher Garten ist kein unüberwindbares Projekt – kleine Änderungen können Großes bewirken. Vermeide Pestizide, lass wilde Ecken zu und setze auf heimische Pflanzen. So schaffst du ein Paradies für Vögel, Insekten und andere Tiere, das dich selbst mit Schönheit und Leben bereichern wird.

Gib der Natur in deinem Garten Raum – und sei ein Vorbild für andere. Teilen wir gemeinsam die Freude an einem lebendigen, vielfältigen Garten! Und wenn Dir die Argumente ausgehen, warum Du stolz auf Dein kleines Naturparadies bist, dann schau Dir mal unseren Beitrag zum Kontern von Vorurteilen gegen Naturgärten an.